Schwache und ängstliche Menschen fürchten die Macht. Wenn Sie schwach und ängstlich sind und es bleiben wollen, lesen Sie nicht weiter! Bleiben Sie bei Ihrer Betroffenheits-Literatur, die Ihnen zwar kein Wissen vermittelt, Sie aber ständig in Ihrer Mittelmäßigkeit bestätigt.

     Wissen ist Macht und Macht ist geil! Macht bedeutet, die Kontrolle über die Situation zu haben; Macht bedeutet, die Kontrolle über sich selbst zu haben; Macht bedeutet, ernst genommen zu werden und sich selbst ernst nehmen zu können; Macht ist ein wahrer Wert, jenseits von Gut und Böse.

     Gut und Böse hat ebenfalls, wie alles woran sich glauben läßt, nur mit nützlich oder unnützlich zu tun. Endgültige Wahrheiten existieren nicht, und die meisten Fragen der Relativisten sind beantwortet.

     So klammern sich die Ängstlichen an die überkommenen Vorstellungen, die unsere Kultur in einer fernen Vergangenheit zu vermeintlicher Größe geführt haben, wie ein Kind, daß sich an die Hand seiner toten Mutter klammert und dort verhungert, weil es nicht wahrhaben will, daß es keine Wärme mehr spürt.

     Die Natur ist nicht so nett und lieb, wie sie von Stadtmenschen mit Fortschrittsängsten gerne idealisiert wird. Sie ist brutal und sortiert die Schwachen aus, um Weiterentwicklung zu ermöglichen.

     Im Sinne des darwinistischen „Survival of the fittest“ (nicht „the strongest“) handelt es sich um die Fähigkeit, sich schneller als die Artgenossen an veränderte Lebensbedingungen anpassen zu können – Flexibilität. Diese Flexibilität ist lernbar. Natürlich nur für jene, die sie erlernen wollen, denn es ist ein Naturgesetz, daß wir immer nur das tun, was wir wollen. Die Fähigkeit, anders zu sein, woraus der Ehrgeiz resultiert, besser zu sein, ist dem Individuum in die Wiege gelegt und entwickelt sich in der Jugend. Wenn der Drang, sich über die breite Masse der Mittelmäßigkeit zu erheben, Ihrer Natur entspricht, ist dieses Buch für Sie!

Holger Pinter
Macht, Erfolg und andere Werte
Sozialdarwinistische Ethik
in Theorie und Praxis

Edition Esoterick, Siegburg 2009
2. Auflage
mit einem Vorwort von Oliver Fehn
ISBN-10: 3-936830-23-1
ISBN-13: 978-3-936830-23-1
Paperback, 60 Seiten

Preis: EUR 8,90

..Leseprobe..........Inhalt

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Stimmen zum Buch

Rezension: Magister Herbert Paulis (Church of Satan)

Einfache Philosophie? Philosophie einfach!

„Das Publikum verwechselt leicht den, welcher im Trüben fischt, mit dem, welcher aus der Tiefe schöpft.“ - Nietzsche, II, 1. Aph 262

Wer schon versucht hat, sich ernsthaft mit philosophischer Literatur auseinanderzusetzen, wird die Erfahrung gemacht haben, daß diese oftmals in einer sehr schwierigen Sprache geschrieben ist, die das Verständnis des Gesagten oft nachhaltig erschwert. Ich habe mir schon oft die Frage gestellt, ob denn das wirklich notwendig ist und bin für mich zu einer klaren Antwort gekommen, nämlich einem unmißverständlichen Nein! Das beste und unmißverständlichste Beispiel dafür ist Die Satanische Bibel, in der Anton Szandor LaVey die Philosophie des Satanismus in klaren und unmißverständlichen Worten darlegt. Daß manche diese nicht verstehen wollen, hat vielfach völlig andere Gründe. An der Sprache liegt es jedenfalls nicht (Auch wenn man des Englischen nicht mächtig ist – es gibt eine ausgezeichnete Übersetzung).

     Dennoch gibt es auch schwierige Texte zum Thema, die vielfach wichtige Aussagen beinhalten und nicht einfach verworfen werden können, nur weil sie schwierig zu verstehen sind, wie etwa Nietzsche. Ein anderes elementares Satanisches Werk, das großen Einfluß auf LaVey und Satanismus hat, ist Ragnar Redbeards Werk, Might is Right. The Survival of the Fittest, das seit einiger Zeit auch in einer hervorragenden deutschen Übersetzung bei Edition Esoterick aufliegt. Ein Buch mit grundlegenden Wahrheiten, faszinierend, allerdings schwer zu lesen und noch schwerer zu interpretieren.

Um so mehr ist daher der Versuch von Holger Pinter zu begrüßen, dieses Manko mit seinem neuen Buch Macht, Erfolg und andere Werte – Sozialdarwinistische Ethik in Theorie und Praxis mit viel Einsatz wettzumachen. Obwohl ein dünnes Büchlein mit gerade mal 56 Seiten, überzeugt es um so mehr durch seine Inhalte und Aussagen. Unbekümmert geht der Autor daran, mit praktischen Beispielen und etlichen passenden Zitaten die Grundzüge darzulegen, von Macht, ihrer Kontrolle und anderen Aspekten, der Mittelmäßigkeit zu entkommen, und vieles mehr.

In klarer und unmißverständlicher Sprache, mit deutlichen Worten, sagt der Autor, was hier Sache ist. Ohne komplizierte Gleichnisse oder schwer interpretierbare Konstrukte bringt er die Dinge auf den Punkt, so daß sie von interessierten Lesern und Leserinnen leicht verstanden und in die Praxis des Alltags umgesetzt werden können.

Dennoch, getreu dem alten „…wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“ machen Kritiker ihm genau diese präzise unmißverständliche Einfachheit zum Vorwurf. So wird etwa kritisiert, das Buch erinnere „eher an einen Lebenshilfe-Ratgeber denn an ein ‚philosophisches Hauptwerk.’ [http://www.ikonenmagazin.de/rezension/Sozialdarwinismus.htm]

Nun, abgesehen daß ich mich ernsthaft frage, was denn daran grundsätzlich so schlecht sein soll, so muß ich diesem Kritiker vorhalten, daß er mit seiner Analyse etwas am Ziel vorbeischießt. Nirgendwo in Holger Pinters Buch habe ich diesen Anspruch gefunden. Vielmehr sagt er selbst, daß er den Leser im Sinne eines darwinistischem „Survial of the fittest“ unterstützen will, Flexibilität zu erlernen, die ihm dabei hilft, sich schneller als seine Artgenossen an einen veränderten Lebensraum anzupassen.

Ein Rohdiamant, groß und wertvoll, wie er auch sein mag, ist im Gegensatz zu einem kleinen, herrlich geschliffenem, funkelnden Diamanten nicht gut geeignet, in einer Goldfassung um den Hals getragen zu werden. Ähnlich ist es mit diesen Büchern. Might is Right ist ein beispielloses Buch, ohne Zweifel, wie ein Rohdiamant von ungeahnten Ausmaßen, aber Macht, Erfolg und andere Werte ist der geschliffene kleine funkelnde Diamant, der als Begleiter für den Alltag optimal geeignet ist.

Immer wieder bringt der Autor auch Zitate von bedeutenden Philosophen, die er aber erläutert und in einen Zusammenhang mit ihm wichtigen Fakten bringt. Davon hat ein Leser bedeutend mehr, als sich ein komplexes Werk im Original zu Gemüte zu führen, das ihm aber unterm Strich nicht viel sagt. So gesehen finde ich es nicht richtig, zu sagen, daß ein interessierter Leser mit Might is Right oder Werken von Nietzsche jedenfalls besser bedient ist und Pinters Buch nur für den eiligen Leser geeignet ist. Gerade Nietzsche ist hier ein gefährliches Pflaster, nicht umsonst heißt es, „sag, was du auch beweisen willst, ich finde dir ein Zitat von Nietzsche dazu.“ Kaum ein anderer Philosoph wird so oft (vorsätzlich oder aus Unwissen) falsch und irreführend zitiert wie Nietzsche.

Satanisten, aber auch anderen Menschen, die sich für die Philosophie der Macht interessieren, denen aber Might is Right zu abstrakt oder für den Anfang zu schwierig ist, sei dieses Buch von Holger Pinter empfohlen. Nicht nur, daß es praktische Ratschläge gibt für den Alltag, dabei aber dennoch immer wieder hinweist auf die Theorie der Macht, kann es immer noch das Interesse auf mehr wecken. Damit hätte es seinen Zweck mehrfach erfüllt – und das ist mehr, als man über so manch anderes Buch sagen kann.

Rezension von Ikonen-Magazin (www.ikonenmagazin.de):

Macht, Erfolg und andere Werte
Sozialdarwinistische Ethik in Theorie und Praxis


Eine Beschäftigung mit dem amerikanischen Satanismus nach Anton LaVey und seiner Church of Satan macht relativ schnell deutlich: hier geht es nicht um romantische Realitätsflucht oder sektiererisches Untertauchen. Satanismus LaVeyscher Prägung ist Materialismus pur - und somit hochgradig geeignet für ein Bestehen in der Welt des frei flottierenden Kapitalismus.

Im Satanismus geht es um Macht, Erfolg und Reichtum. Das erklärt, warum vor allem morbide Vertreter der Popkultur dieser Vereinigung einem Geständnis gleich huldigen (Marilyn Manson allen voran). Eng verknüpft mit dieser Welt des radikalisierten Willens zur Macht (im Sinne des 'wahren Willens' versteht sich, des "werde, was Du bist" Nietzsches), ist der berüchtigte Begriff des Sozialdarwinismus'. Wer nun erneut an Nietzsche denkt, hat einen der philosophischen Vorläufer bereits erkannt, reduziert allerdings auf seine Thesen zum 'Willen zur Macht', die bekanntlich posthum und unautorisiert zusammengestellt worden waren.

Offener und direkt begegnen wir jener Philosophie der Macht bei dem 1896 unter dem Pseudonym Ragnar Redbeard herausgegeben Buch 'Might is right. The Survival of the Fittest'. Deutlich im Zeichen der Evolutionslehre Charles Darwins und deren partielle Adaption auf das Sozialsystem durch herbert Spencer wird hier klargestellt: der Mensch ist ein Tier, das gefährlichste von allen, und um zu dominieren, muss er nur zu seinen Instinkten zurückfinden und die christliche Polarität von Gut und Böse auflösen. Mit einem Vorwort von LaVey ist dieses Buch nun auch in einer deutschen Übersetzung erschienen - über hundert Jahre nach seinem Entstehen. Und noch immer rätselt man, ob nicht doch der große Abenteuerromancier Jack London hinter dem Pseudonym steckt.

Wer sich mit Industrial Culture beschäftigt, die von je her nach den Randbereichen tastet, wird spätestens über Boyd Rice auf Redbeard gestoßen sein, aber auch auf Oswald Spengler, dessen unverwüstliche Geschichtsphilosophie 'Der Untergang des Abendlandes' (1930) die Idee der 'Stählernen', Instinktgeleiteten atmet. Holger Pinter, ein vierzigjähriger Autor und - so stell er sich dar - erfolgreicher Lebenskünstler, hat sich an diesen und weiteren Namen orientiert: Michel Foucault, Hannah Arendt, Heinz von Foerster, Thomas Harris, Ludwig Wittgenstein, Fjodor Dostojewskij u.a. tauchen in illustrer Reihenfolge und Kombination auf. Obwohl es Pinters Ziel ist, ebenso wie Spengler und Redbeard an einen Elitemenschen zu appellieren, der zu werden getrachtet, "was er ist", bedient er sich eingestanden und bewusst eines plaudernden Jargons, der sehr populär Alltagsbeispiele und hehre Zitate konfrontiert. Sein kleines Buch "Macht, Erfolg und andere Werte" erinnert so eher an einen Lebenshilfe-Ratgeber denn an ein "philosophisches Hauptwerk", wie es Pinter selbst auf seiner MySpace-Darstellung nennt. Und als Ratgeber erinnert das Buch durchaus an veritables Managertraining: achtet auf Euer Äußeres, lebt gesund, Ihr müsst nicht bei allen beliebt sein, bildet Euch weiter, begreift Euch als Krieger - all diese Forderungen sind aus der Welt des Hochkapitalismus bekannt. Pinter bringt das mit lockerer Geste auf den Punkt und hält so tatsächlich einige brauchbare Ratschläge parat, auch wenn er am Ende seinen starken Bezug zu Robert E. Howards Conan-Figur eingestehen muss, die in dem Film eines weiteren Sozialdarwinisten (John Milius) eine genialische Leinwandinkarntion erfahren durfte.

Wer sich ernsthaft mit einer Ethik und Theorie des Sozialdarwinismus auseinandersetzen möchte, ist mit Redbeard - vor allem aber mit den eigentlichen Quellen dieser Strömung (etwa Nietzsche) - erheblich besser bedient. Insofern ist Pinters Büchlein eher für den eiligen oder den einsteigenden Leser gedacht. Der Verlag Edition Esoterick hat zusätzlich Redbeards 'Might is right' im Programm und wird demnächst eine Anton LaVey-Biografie anbieten, auf die man gespannt sein kann.

MaNic

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