Zart besaitet? Dann lassen Sie die Finger von diesem Buch. Menschenhandel, Hundekämpfe, Junkies, die für eine Prise Koks die stinkendsten Körper befriedigen, und Frauen, auf „ein Stück Fleisch mit einem Loch“ reduziert – Stiff Chaineys Giftherz läßt uns all jene Abgründe aus der Makroperspektive erleben, hautnah und fast körperlich. In knappen, ausgefeilten Szenen und unverbraucht klingenden Sätzen läßt er die Typen, die sich in unseren Unterwelten tummeln, als genau die Hurensöhne in Erscheinung treten, die sie tatsächlich sind und unter der Schminke, die ihnen von der Mainstream-Literatur verpaßt wurde, viel zu lange gesichtslos blieben. In diesem Roman verschmelzen Poesie, Rock’n’Roll und blutige Realität zu einer Sinfonie des ganz realen Horrors, wie er sich täglich um uns ereignet. Stiff Chainey nicht zu lesen hieße eins der heftigsten Abenteuer unserer Tage zu verpassen.

Oliver Fehn

Stiff Chainey
Giftherz.
Roman
Edition Esoterick, Siegburg 2010
ISBN-10: 3-936830-39-8
ISBN-13: 978-3-936830-39-2
Paperback, 140 Seiten

Preis: EUR 15,90

Leseprobe

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Stimmen zum Buch

Virus Magazine Nr.37 - Oktober/November 2010

www.NeueÄsthetik.de / Axel Meese August 2010

Stiff Chaineys Giftherz ...

... sollten all diejenigen lesen, für die deutschsprachige Literatur mehr ist als sozialdemokratische Schuldkultpropaganda á la Grass und Böll.

Hier gibt's keine Weltenretter und Schönwetter-Illusionisten, keine Gefühlsduseleien, die nicht im gleichen Augenblick bereut werden. Jeder Protagonist spielt sein eigenes Spiel nach eigenen Regeln mit dem einzigen Ziel, das zählt: Rache und Befriedigung.

Jean Genets Worte "Den Reiz des Verbotenen kann man nur kosten, wenn man es sofort tut. Morgen ist es vielleicht schon erlaubt.", dem ersten richtigen Kapitel vorangestellt, bringen den Inhalt des Romans treffend auf den Punkt.

Und da ich euch von dieser außergewöhnlichen literarischen Achterbahnfahrt nicht befreien will, ist an dieser Stelle jetzt alles gesagt. Humanoide, die sich immer noch fragen, warum John Travolta im letzten Drittel von Pulp Fiction auf einmal wieder lebt, lesen bitte weiterhin Rosamunde Pilcher und belästigen mich nicht mit "Worum geht's denn da?"-Geschwätz.

Hubert Selbys "The Room/Mauern", Lydia Lunchs "Paradoxia" und Peter Sotos' "Special" haben einen würdigen Nachfolger gefunden.

 

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